Allergien bei Kinder

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„Keimfreie" Kindheit

Woher kommt die steigende Anzahl an Kindern, die an Allergien und Neurodermitis leiden?

 

Fast jedes fünfte Kind in Europa leidet heute unter Allergien. Die Symptome sind vielseitig: Juckreiz, gerötete oder auch nässende Haut, laufende Nase, quälender Husten, Blutdruckabfall und Atemnot.
Am meisten fürchten Eltern die Neurodermitis. Zum einen wird die Kinderkörper durch starken Juckreiz stark belastet. Andererseits können weitere Allergien gegen Nahrungsmittel, Heuschnupfen und allergisches Asthma folgen. Asthma ist in unserer industrialisierten Welt mittlerweile die häufigste chronische Krankheit im Kindesalter.

Was ist eigentlich die Ursache der körperlichen Reaktion „Allergie“?

Tatsächlich handelt es sich um einen Irrtum, eine Überreaktion des Immunsystems. Der Körper
hält fehlerhaft bestimmte, an sich harmlose Substanzen für gefährlich und produziert Antikörper, um diese zu bekämpfen. Hat das Immunsystem diesen Kampf einmal aufgenommen, wird er häufig ausgeweitet und richtet sich auch gegen ähnliche Substanzen, es kommt zu sogenannten Kreuzreaktionen. Beispielsweise stuft ein Körper, der auf Birkenpollen allergisch reagiert, nun auch Nahrungsmittel wie Haselnüsse, Soya, Äpfel oder Kiwis als kritisch ein, da die Proteine ähnlich aufgebaut sind.

Therapie bei Allergien

Es gibt Medikamente, die die Symptome allergischer Reaktionen mildern. Als wirksame Therapie gilt bisher nur eine Hypersensibilisierung. Durch diese lernt das Immunsystem, die krank machenden Stoffe zu tolerieren. Dazu werden den Patienten über längere Zeit allergieauslösende Stoffe in steigender Konzentration verabreicht. Daher ist die Therapie langwierig und es gibt einige gefürchtete Nebenwirkungen bis hin zum anaphylaktischen Schock. Deswegen fragen sich fast alle Eltern, was sie überhaupt tun können, um bei ihren Kindern das Risiko allergischer Reaktionen wie Neurodermitis, Heuschnupfen oder Asthma zu reduzieren? Antworten liefern nun Münchner Forscher, die über 400 Familien von der Geburt an zehn Jahre begleitet haben. Dabei haben sie festgestellt, dass die Immunsysteme unserer Kinder heute in den ersten Jahren einfach nicht mehr genug gefordert werden, um sich stabilisieren zu können. Die Ursachen sind vielfältig: Familien sind kleiner geworden, der Schutz vor Infektionen besser, der Anteil keimarmer Nahrungsmittel ist höher, ebenso die Zeit, die Kinder im Haus verbringen. Entsprechend konzentriert sich das Immunsystem nun auf die Bekämpfung harmloser Stoffe, anstatt diese zu tolerieren.

Was können wir tun?

Als förderlich für den Aufbau einer sich selbst regulierenden Körperabwehr gelten daher gemäß neuer Forschung der Besuch einer Kita, das Aufwachsen mit Tieren, in Scheunen und Ställen, das Spielen in der Natur sowie die frühe Beigabe von Lebensmitteln. Ziel ist es also, Kinder nicht mehr vor Mikroben, Viren und Parasiten zu schützen, sondern sie diesen natürlichen Belastungen auszusetzen, damit sie die eigene Körperabwehr möglichst frühzeitig trainieren können.

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